Zahlreiche Funde aus dem Neolithikum weisen darauf hin, dass bereits geraume Zeit vor Christi Geburt Menschen in dieser Gegend sesshaft waren. Die Ausgrabungen auf der sogenannten „Burgwiese“ der Stadtgemeinde Ansfelden gemeinsam, mit dem Linzer Stadtmuseum Nordico und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien, brachten bedeutende Ergebnisse. Im Laufe der Ausgrabungssaisonen konnten insgesamt sechs Siedlungen unterschiedlicher Zeitstellungen, die in den letzten Jahrtausenden hier gegründet wurden, nachgewiesen werden. Ansfelden war bereits damals in ein weitreichendes Handelsnetz eingebunden. Nach letzten Erkenntnissen war die Burgwiese in der frühen Bronzezeit (etwa 1600 v. Chr.) der Hauptort für die nähere Umgebung.
Mit ziemlicher Sicherheit konnte nachgewiesen werden, dass eine römische Heerstraße von Lorch nach Wels über Ansfelden führte. Während der Völkerwanderung dienten bewaldete Höhen mehrmals als Zufluchtsstätten verschiedener Heerhaufen.
Die früheste Erwähnung Ansfeldens kann mit etwa 788 datiert werden, die Funde auf der Ansfeldner Burgwiese belegen aber, dass der Ort wesentlich älter ist. Die Ortsbezeichnung Ansfelden leitet sich von Albinsvelt und Alpunesfeld (Albuni) her.
Die Pfarre Ansfelden kam 1680 im Tauschweg zum Stift St. Florian. 1706 wurde das erste Schulhaus in Ansfelden eröffnet. In diesem kam am 4. September 1824 der weltberühmte Komponist Anton Bruckner zur Welt. Heute ist sein Geburtshaus ein vielbesuchtes Museum für Besucher*innen aus Nah und Fern.
Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Auflösung der Grundherrschaft und die Bauernbefreiung sowie die Privilegien des Adels hatten ein Ende. 1864 konstituierte sich die freie Gemeinde Ansfelden.
Ansfelden war Anfang des 20. Jahrhunderts eine reine Agrargemeinde und lediglich die Nettingsdorfer Papierfabrik und die Buntpapierfabrik Lell wiesen auf eine beginnende Industrialisierung hin. Diese setzte sich in den folgenden Jahrzehnten stetig fort. So wurden 1902 die ehemalige Schule in Berg, 1907 die Schule in Ansfelden und 1914 das ehemalige Gemeindeamt in Ansfelden errichtet.
Ein schwerer Rückschlag, der ganz Europa erschütterte, war der Schrecken des Zweiten Weltkrieges, der auch Opfer in der Ansfeldner Bevölkerung forderte. In der Stadtgemeinde Ansfelden wird jedes Jahr an die Todesmärsche der ungarischen Jüdinnen und Juden in den Apriltagen 1945, die unter anderem auch durch das Gemeindegebiet führten, gedacht.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Flüchtlingslager 121 Haid errichtet. Als eines der größten Lager in ganz Österreich waren hier zeitweise bis zu 10.000 Menschen untergebracht. 1964 kam das Lager in die Verwaltung der Gemeinde und ab diesem Zeitpunkt wurde mit aller Kraft dessen Auflösung betrieben. Mit viel Tatkraft und Initiative seitens der verantwortlichen politischen Organe konnten bis heute mit Hilfe von 15 Wohnungsgenossenschaften mehrere tausend Wohnungen in Ansfelden errichtet werden. Die Geschichte der Stadt ist eng mit der legendären „D.P. Siedlung 121 Haid“ verbunden. Der Film „Vertreibung und Neubeginn“ erzählt die Geschichten des Lagers und seiner Menschen und wurde am 24. Mai 2013 erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Neben dem Ausbau des Wohnungswesens investierte die Stadt in den kommenden Jahren in den Schul- und Kindergartenneubau sowie in Wasser, Kanal und Straßen. Die Stadterhebung war ein bedeutender Schritt in Sachen Aufwärtsentwicklung der Stadtgemeinde Ansfelden. Zum Zeitpunkt der Stadterhebung gab es im Gemeindegebiet von Ansfelden rund 300 Gewerbebetriebe. Seit 1985 hatte Ansfelden das Marktrecht. Ansfelden und speziell Haid hatte sich zu einem Wohn,- Schul- und Geschäftszentrum entwickelt - mit damals schon urbanem Charakter. Ansfelden hatte in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht Bedeutung in den 80er Jahren erlangt, die weit über eine ländliche Bedeutung hinausging.
Verleihung des Wappens 1986
Dem voran ging die Verleihung des Gemeindewappens am 27. September 1986. Dieser Samstag war für Ansfelden sehr bedeutend. Der Symbolgehalt des Wappens hat nicht nur kulturhistorische Bedeutung, sondern betont vielmehr auch eine gewisse Eigenständigkeit und ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein. Es ist ein Symbol für alle Gemeindebürger*innen. Der Entwurf des Wappens stammt von Prof. Max Stockenhuber aus Linz.
Wappenbeschreibung: Oben im grünen Feld ist eine Orgelpfeifenreihe, die auf Ansfeldens berühmtesten Sohn - Anton Bruckner - hinweist. Unten im roten Feld befindet sich ein silbernes Zahnrad. Das rote Feld mit dem Zahnrad weist auf die Wirtschaft und Industrie hin. Das Grün im oberen Feld ist ein Symbol für die Landwirtschaft. Das Wappen ist durch eine silberne Wellenleiste vom Schildfuß zum Schildhaupt geteilt. Diese stellt den Kremsfluss dar, der das Gemeindegebiet von Ansfelden teilt. Die Gemeindefarben sind grün, gelb und rot.
Am Weg zur Stadterhebung
1987 hat die Mehrheit der Ansfeldner*innen in einer Briefwahl entschieden, dass Ansfelden zur Stadt erhoben wird. Aufgrund dieses Ergebnisses hat der Gemeinderat am 9. April 1987 beschlossen, dass der Antrag an das Land OÖ gestellt wird, dass Ansfelden zur Stadt erhoben wird. Die OÖ. Landesregierung hat am 28. September 1987 die Gemeinde Ansfelden zur Stadt erhoben - als vierte Stadt im Bezirk Linz Land. Die feierliche Übergabe der Stadterhebungsurkunde fand am 25. September 1988 vor dem Stadtamt in Haid statt.
1988 war aber nicht nur das Jahr der Stadterhebung, Ansfelden feierte im Juni die 1200 Jahr Feier mit einem rauschenden Fest. Viele Vereine präsentierten sich beim historischen Umzug durch Ansfelden - Ansfelden von der Steinzeit bis zur Gegenwart - eine eindrucksvolle Art der Präsentation.
Rund 3500 Besucher*innen wohnten der Stadterhebungsfeier am 25. September 1988 und einem denkwürdigen Ereignis bei. Zahlreiche Vereine marschierten zur Stadterhebung auf und verliehen der Feier einen würdigen Rahmen. Anlässlich der Stadterhebung wurde vom Juwelier Hartig eine Bürgermeisterkette angefertigt. Diese wird seither in Ehren gehalten und nur zu besonderen Anlässen getragen. Der damalige Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Gottfried Aschenwald bekam die Stadterhebungsurkunde überreicht.
Seither hat sich Ansfelden stetig weiterentwickelt und ist eine Stadt mit urbanem Charakter und Nähe zum Grünen zugleich. Während Haid das pulsierende Zentrum der Stadt darstellt, hat sich Ansfelden weitgehend seinen ursprünglichen Charakter und Charme bewahrt.