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Grundsatzpapier: Zusammenleben in Ansfelden

Ansfelden ist eine von Zuwanderung geprägte Stadt, die bereits 1995 erkannt hat, mit Maßnahmen gutes Zusammenleben zwischen den Menschen zu gestalten. Angebote wie die Lernförderung, Dolmetscher in den Schulen, Demokratieförderung bei Jugendlichen, eine Willkommenskultur, die Volkshilfe OÖ als Kooperationspartner und andere wurden im Laufe der Jahre ausgebaut und sind heute aus dem städtischen Leben nicht mehr wegzudenken.

Besonders durch den im Jahr 2010 initiierten Prozess „Zusammenleben in Ansfelden“ wurde ein Weg eingeschlagen, der von einzelnen Maßnahmen hin zu einem koordinierten, in die Strukturen der Stadtgemeinde eingebundenen und zielgeleiteten Gesamtpaket gehen soll. Grundlage für die Ausrichtung soll das im Jahr 2012 durch die Prozessmitglieder erarbeitete Grundsatzpapier „Zusammenleben in Ansfelden – wertschätzend, zukunftsorientiert, transparent, vorausschauend“ sein.

Es stellt im ersten Teil klar, dass in Ansfelden Zuwanderung geschichtliche Tradition hat, die Stadtgemeinde Vielfalt und Verschiedenheit als Bereicherung sieht und die Grundhaltung politischen Handelns in Ansfelden an den Menschenrechten ausgerichtet sein soll. Im zweiten Teil wird der Prozess dargestellt und die Arbeitsweise erläutert. Abschließend ergeht der Aufruf, dass sich alle konstruktiven Kräfte, ob aus Vereinen, der Politik oder der Zivilgesellschaft in die Arbeit einbringen mögen.

Der Gemeinderat der Stadt Ansfelden hat im Dezember 2012 mehrheitlich das Grundsatzpapier als richtungsweisende Grundlage für zukünftige Aktivitäten anerkannt sowie die Absichtserklärung ausgesprochen, das politische Handeln zukünftig kritisch daran zu messen.

Laden Sie hier das Grundsatzpapier als PDF herunter


Zusammenleben in Ansfelden

wertschätzend – zukunftsorientiert – transparent – vorausschauend

Zuwanderung hat in Ansfelden Tradition

Die Geschichte unserer Stadtgemeinde ist reich an Erfahrungen, die durch das Zusammenleben von Menschen mit verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen geprägt wurde. Die Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch gegenseitige Hilfe ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, Toleranz, gegenseitigen Respekt und Solidarität vom Zufluchtsort für viele tausende Menschen zu einer dynamischen Stadt entwickelt, in der diese Menschen neue Hoffnung schöpften und einen Neuanfang wagen und schaffen konnten.

Vielfalt und Verschiedenheit als Bereicherung
Wir denken und handeln wertschätzend

Uns ist bewusst, dass die Dynamik und das Potential unserer Stadt heute und auch in Zukunft von den Ideen lebt, die aus der Vielfalt und Verschiedenheit unserer Bürgerinnen und Bürger entstehen. Vielfältige Erfahrungshintergründe bringen vielfältige Ideen, die die Basis für kulturelle, geistige und wirtschaftliche Innovation und für die Entwicklung der gesamten Stadtgemeinde darstellen. Kulturelle Vielfalt schafft einen enormen Erfahrungsschatz, wodurch die Handlungsmöglichkeiten erhöht und die menschlichen Fähigkeiten und Werte bereichert werden. Diese Vielfalt ist daher eine Hauptantriebskraft für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt.

Unser Verständnis von gutem Zusammenleben

Wir bekennen uns zu einer Grundhaltung, die sich an den Menschenrechten ausrichtet und sich an Respekt, Toleranz, Gewaltlosigkeit sowie an einem humanistischen Menschenbild orientiert. Diese grundsätzlichen Überzeugungen fördern wir nach unseren Kräften und fordern sie auch für ein gelingendes Zusammenleben ein. Egal ob Menschen aus einer Nachbargemeinde zuziehen oder aus einem fernen Land in unsere Gemeinschaft finden: Wir sehen uns gleich an Würde, Rechten und Pflichten.

Strategie-Prozess zur gemeinsamen planvollen Arbeit
Wir denken und handeln zukunftsorientiert

2010 wurde seitens der Politik und der Verwaltung ein Strategie-Prozess „Zusammenleben in Ansfelden“ gestartet. Ziel dieses Prozesses ist es, das gesamtgesellschaftliche Leben weiter zu verbessern. Im Mittelpunkt dabei stehen die Menschen – ganz gleich woher sie kommen und welche kulturellen Hintergründe sie in unsere Stadt mitbringen.

4 zentrale Lebensbereiche im Fokus

Im Zuge des Strategie-Prozesses „Zusammenleben in Ansfelden“ setzen wir auf vier wesentliche Säulen, die das Zusammenleben in wichtigen Bereichen fördern:

  • Bildung
  • Freizeit und Begegnung
  • Stadtentwicklung und weitere Verbesserung des Wohnumfeldes
  • Öffnung der Stadtverwaltung im Umgang mit der Vielfalt in Ansfelden

Um die Entwicklung dieser vier wesentlichen Lebensbereiche voranzutreiben, nimmt die Stadtgemeinde ihre Verantwortung wahr und auch Geld in die Hand. Sie entwickelt konkrete Maßnahmen und setzt auf Basis der entsprechenden Beschlüsse im Gemeinderat diese gemeinsam mit den Menschen in der Stadt um.

Unsere Arbeitsweise
Wir denken und handeln transparent

Grundlage für die Prozess-Arbeit ist das Integrationsleitbild des Landes OÖ. Im Zuge des Strategie-Prozesses „Zusammenleben in Ansfelden“ wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen politisch Verantwortliche der SPÖ, ÖVP und der GRÜNEN gemeinsam mit Ideenbringerinnen und Ideenbringern an der Entwicklung von Ideen und Maßnahmen arbeiten.

Als Ideenbringerinnen und Ideenbringer verstehen wir im Besonderen Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die durch ihr Leben hier über die Stärken und Schwächen im gemeinsamen Zusammenleben am besten Bescheid wissen. Darüber hinaus verstärken wir uns bei konkreten Sachfragen mit Fachleuten, also Menschen mit dem notwendigen Fachwissen in speziellen Fragen.

Zur Koordination dieser Arbeitsgruppen wurde von Beginn an eine sogenannte „Steuerungsgruppe“ eingesetzt, deren Aufgabe es ist, die Ideen, Überlegungen und neuen Maßnahmen abzustimmen, auf politischer Ebene für den Gemeinderat vorzubereiten und am Stadtamt zu koordinieren.

Die „Integrationsstelle des Landes OÖ“ (istOÖ) begleitet diesen Prozess inhaltlich, bei methodischen Planungen steht uns die „BeraterInnengruppe vor.Ort“ (bvo) zur Seite.

Gemeinsam dranbleiben
Wir denken und handeln zukunftsorientiert

Das Zusammenleben in unserer Stadt zu fördern ist eine Dauer- und eine Querschnittsaufgabe, die alle Verantwortungsbereiche einer Stadtorganisation betrifft und Zeit und Ausdauer braucht. Gute Vernetzungsarbeit und immer wieder den Blick auf die Gesamtheit zu richten ist die Basis für kontinuierliche Entwicklung.

Alle Verantwortungsträgerinnen und –träger in der Stadtgemeinde sowie alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt sind eingeladen, sich in die Diskussion und die weitere Entwicklung des „Zusammenleben in Ansfelden“ einzubringen. Wir freuen uns über Austausch, Mitdenken, Ideen, Zuspruch und auch über Kritik an unserem gemeinsam eingeschlagenen Weg. Wir sind auch hier offen für Vielfalt und für gemeinsames Lernen voneinander. Dabei möchten wir Menschen vor Ort erreichen, wissen, welche Ideen sie in sich tragen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewinnen, gemeinsam Wertschätzung und Toleranz leben und ein Bewusstsein für ein gelingendes Zusammenleben schaffen.

Wir fördern und schätzen Partizipation (Beteiligung) und setzen dazu folgende Maßnahmen: Studien und Befragungen (wie die Wohnumfeld- und Sozialstudie), Teilnahme an Sitzungen der Arbeitsgruppen, Teil eines Umsetzungsteams von Projekten sein (AHAIDAFEST, BrückenbauerInnen), Mitdiskutieren bei Stadtteilgesprächen (wie dem Hofpalaver) oder auch einfach über konstruktive Anregungen an zusammenleben@ansfelden.at.

Wir behalten dabei das Ganze im Auge und achten auf gegenseitige Toleranz und Repräsentativität. So wichtig der oder die Einzelne für dieses Vorhaben auch ist - niemand wird alleine die vor uns liegenden Herausforderungen meistern können. Gemeinsam können wir es aber schaffen: eine neue Qualität des Zusammenlebens in Ansfelden.