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Geschichte und Entwicklung der Stadtgemeinde Ansfelden

Zahlreiche Funde aus dem Neolithikum weisen darauf hin, dass bereits geraume Zeit vor Christi Geburt Menschen in dieser Gegend seßhaft waren. Auch ein römischer Sarg aus Tuffstein, ein römischer Weihestein sowie Mauerreste sind Zeugen einer regen frühzeitlichen Kultur.

Mit ziemlicher Sicherheit konnte nachgewiesen werden, dass eine römische Heerstraße von Lorch nach Wels über Ansfelden führte. Während der Völkerwanderung dienten bewaldete Höhen mehrmals als Zufluchtsstätten verschiedener Heerhaufen.


Die früheste Erwähnung von Ansfelden erfolgte erstmals um 788. Von den drei ältesten Bezeugungen des Ortsnamens Ansfelden steht nach neuesten Forschungen die Angabe des vermutlich 798 angelegten „Breves Notitiae“ genannten Güterverzeichnisses der Salzburger Kirche an erster Stelle. Dort erfahren wir, dass der um 788/91 bezeugte bairische Graf Graman einen Eigenbesitz in Ansfelden (ad Albinsvelt in Trungo) hatte und diesen der Salzburger Kirche geschenkt hat.

Weitere Aufschlüsse über die Frühgeschichte von Ansfelden bietet eine urkundliche Passauer Schenkungsnotiz, die von dem Herausgeber in die Jahre 815 - 821 datiert wird. Sie berichtet, dass ein Priester namens Reginolf Eigenbesitz in Ansfelden (in loco nuncupante Alpunesfeld in pago Trungouue) an die Passauer Kirche geschenkt hat.

Schließlich kommt als dritte Geschichtsquelle die sogenannte Gründungsurkunde des Klosters Kremsmünster in Betracht. Wie jedoch neueste Untersuchungen gezeigt haben, scheint der Name Ansfelden weder in der 777 ausgestellten Urform dieser Urkunde noch in der Besitzbestätigungsurkunde König Karls des Großen vom 3. Jänner 791 auf, sondern nur in der im 9. oder 10. Jahrhundert inhaltlich überarbeiteten Fassung der Gründungsurkunde, die in dieser Form bis heute überliefert ist.


Nach Ansicht des Oberösterreichischen Landesarchivs kann die früheste Erwähnung des Ortsnamens Ansfelden daher nur ungefähr mit 788 datiert werden. Da sich dieses Datum aber nicht auf die Gründung bezieht, muss angenommen werden, dass der so genannte Ort älter ist.

Die Pfarre Ansfelden kam 1680 im Tauschweg zum Chorherrenstift St. Florian, welches bereits um 1111 große Besitzungen in Ansfelden besaß und zwei Teile des Zehents einheben durfte. Aus der Zeit der Bauernkriege ist bekannt, dass diese insbesondere nach dem Tod Stefan Fadingers deutliche Spuren in dieser Gegend hinterließen und Ansfelden zu einem häufigen Aufmarsch- und Kampfgebiet zählte. Im Jahre 1626 zerstörten rebellische Bauern das Zehentregister von Ansfelden und damit gingen sicherlich wertvolle Urkunden und Aufzeichnungen aus früherer Zeit verloren. Über die Zeit der Schwedenkriege ist bekannt, dass damals viele Truppen hier durchzogen und die Gegend unsicher machten.


Im Jahre 1706 wurde das erste Schulhaus in Ansfelden erbaut, in dem am 4. September 1824 der weltberühmte Komponist Anton Bruckner das Licht der Welt erblickte. Vor mehr als 100 Jahren, am 11. Oktober 1896, verstarb dieser große Sohn Ansfeldens. Unsere Stadtgemeinde hat den 100. Todestag Anton Bruckners mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt.

Auch der Franzosenkrieg 1800 - 1809 hinterließ in Ansfelden seine Spuren. Napoleon selbst zog 1809 von Wels über Weißkirchen durch Ansfelden und übernachtete in Wambach vor der Schlacht von Ebelsberg.

Mit dem Sturmjahr von 1848 erfolgte die Auflösung der Grundherrschaften und die Bauernbefreiung; die Privilegien des Adels hatten ein Ende. Im Juli 1864 konstituierte sich die freie Gemeinde Ansfelden.


Während Ansfelden um die Jahrhundertwende noch eine reine Agrargemeinde war und lediglich die Nettingsdorfer Papierfabrik und die Buntpapierfabrik Lell auf eine beginnende Industrialisierung hinwiesen, setzte bereits mit Beginn des 20. Jahrhunderts eine stetige Aufwärtsentwicklung ein. So wurden 1902 die Schule in Berg, 1907 die Schule in Ansfelden und 1914 das ehemalige Gemeindeamt in Ansfelden errichtet.

Ein schwerer Rückschlag, der ganz Europa erschütterte, war der Schrecken des zweiten Weltkrieges. Durch die Errichtung des Flüchtlingslagers Haid 121 wurde der Gemeindebevölkerung zu dieser Zeit zusätzlich ein schweres Opfer auferlegt, welches auch noch Jahre nach Kriegsende eine schwere Belastung für Ansfelden darstellte. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges war Haid eines der größten derartigen Lager in ganz Österreich, in dem zeitweise über 10.000 Menschen untergebracht waren.


Mit dem Wiederaufbau nach Kriegsende setzte nun ein nicht mehr aufzuhaltender Aufstieg der Gemeinde Ansfelden ein. Natürlich darf man hier nicht vergessen, dass vorerst eine schier unüberblickbare Fülle von Aufgaben und Problemen auf eine rasche Lösung drängte.
Im Jahre 1964 kam das Barackenlager Haid in die Verwaltung der Gemeinde und von diesem Zeitpunkt an wurde mit aller Kraft die Auflösung dieses Lagers betrieben, um die Bevölkerung in menschenwürdigen Behausungen unterbringen zu können. Mit viel Tatkraft und Initiative seitens der verantwortlichen politischen Organe konnten bis heute mit Hilfe von 15 Wohnungsgenossenschaften tausende von Wohnungen in Ansfelden errichtet werden.

Seit dieser Zeit befindet sich Ansfelden in einer stetigen Aufwärtsentwicklung.
Neben dem Wohnungswesen waren aber auch die Probleme des Schul- und Kindergartenbaues, des Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbaues sowie die Errichtung von verschiedenen öffentlichen Einrichtungen zu bewältigen. Auch auf diesen Sektoren wurden in unserer Stadtgemeinde bis heute gewaltige Leistungen gesetzt. Ein neues Gemeindeamt, Veranstaltungsräumlichkeiten, Freizeitsportanlagen, das Erlebnisbad, Jugendtreffs, Feuerwehrhäuser, die Stadtbücherei und vieles mehr wurden errichtet.

All dies verdeutlicht den enormen Aufschwung der Stadtgemeinde Ansfelden, die sich von einer einst reinen Agrargemeinde zu einem modernen Wohn-, Industrie- und Geschäftszentrum entwickelt hat. Dieser stetigen Aufwärtsentwicklung wurde durch die Stadterhebung 1988 Rechnung getragen, zwei Jahre, nachdem Ansfelden ein eigenes Wappen (1986) erhielt.


Ansfelden zählt heute über 16.100 Einwohner, im Vergleich dazu waren es in den späten fünfziger Jahren rund 7.200. In Zukunft muss dafür Sorge getragen werden, dass unsere Stadt mit der fortlaufenden Entwicklung Schritt halten kann.

Auch in der Zukunft werden alle verantwortlichen Kräfte von Ansfelden bestrebt sein, dass unserer Stadt der Status eines umweltfreundlichen, lebenswerten Ortes erhalten bleibt.